Lesekreis

Lesekreis Brandenberg

Das nächste Treffen ist am Montag, 11.  Dezember 2017, 20 Uhr, in der Bücherei in Brandenberg.

Unser Lektüre:

„WOVON WIR TRÄUMTEN“ von Julie Otsuka. „Auf dem Schiff waren die meisten von uns Jungfrauen.« So beginnt die berührende Geschichte einer Gruppe junger Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts als picture brides von Japan nach Kalifornien reisen, um japanische Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika, was auf der Schiffsüberfahrt zu wilden Spekulationen führt: Sind die Amerikaner wirklich behaart wie Tiere und zwei Köpfe größer? Was passiert in der Hochzeitsnacht? Wartet jenseits des Ozeans die große Liebe?

 

„EIN LEBEN MEHR“ von Jocelyne Saucier. Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte. War ein gutes Buch für die Diskussion im Lesekreis. Vor allem die Themen selbst bestimmt leben und sterben waren sehr anregend.

 

„DAS LEBEN FÄLLT, WOHIN ES WILL“ von Petra Hülsmann. Party, Spaß und Freiheit – das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das – Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen „Chef“, den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.

 

„fremd“ von Ursula Poznanski und Arno Strobel. Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden? – Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich? Die Geschichte wird jeweils abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Sehr spannend, nur der Schluss kommt etwas zu schnell herbei gezaubert.

 

ZWEI SCHWESTERN von Dorothy Baker. Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor, die Vermählung zu verhindern. Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith die Reise ins Unbekannte antreten und sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Man muss das Buch auch unter dem Aspekt lesen, dass es 1962 veröffentlicht wurde. Es wurde damals und wird auch heute von der Kritik hoch gelobt. Diesem Lob können wir nicht ganz zustimmen.

 

DAS PAKET von Sebastian Fitzek. Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen … unbedingt lesen! spannend bis zur letzten Seite!

 

LION – Der lange Weg nach Hause, Saroo Brierley. Der fünfjährige Saroo schläft in einem Zug ein und fährt so ans Ende von Indien, nach Kalkutta. Er landet im Waisenhaus und wird vom australischen Ehepaar Brierley adoptiert. Fünfundzwanzig Jahre später macht sich Saroo mit Hilfe von Google Earth auf die Suche nach seiner leiblichen Familie.

 

Die Frau des Fotografen von Nick Alexander. Barbara hat mehr Geheimnisse, als sie zugeben möchte. Ihre Kinder hat sie, so gut sie konnte, vor der harten Wirklichkeit des Lebens geschützt, die sie selbst erleben musste. Nur wenig hat sie ihnen von der bitteren Armut ihrer Kindheit erzählt und auch nicht von den dunklen Seiten ihrer Ehe mit einem der berühmtesten Fotografen Großbritanniens.

 

„Hier können sie im Kreis gehen“ von Frédérik Zwicker. Im Alter von 91 Jahren kommt der demente Witwer Johannes Kehr ins Pflegeheim. Nur: Seine Demenz ist vorgetäuscht. Im Heim hofft Kehr, seine Ruhe zu finden. Wir hatten eine angeregte Diskussion über Alter, Suizid, Altersheime. Sehr anregende Lektüre.

 

„tschick“ von Wolfgang Herrndorf. In unverkrampfter frecher Sprache hat Herrndorf die Gefühlswelt zweier Heranwachsender zu Papier gebracht. Dabei gelingt es ihm ganz wunderbar, die jugendliche Zerrissenheit zwischen rührender Einsamkeit, Unsicherheit, Empfindsamkeit und der vorhandenen Coolness einzufangen.

 

„angerichtet“ von Herman Koch. Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Fünfzehnjährige haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann. Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt der Autor eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat.

 

„Einmal hin und für immer“ von Sarah Morgan. Puffin Island vor der Küste Maines ist der perfekte Ort, um abzutauchen – und der denkbar schlechteste, wenn man sich wie Emily panisch vor dem Ozean fürchtet. Überall blaues Meer! Doch um ihre kleine Nichte vor dem Hollywood-Wahnsinn zu schützen, stellt sie sich ihrer größten Angst. Eine leichte Sommerlektüre, die uns nicht wirklich begeistert hat.

 

“ Spiel der Zeit“ von Jeffrey Archer. Die Schicksale zweier Familien. Eine verborgene Wahrheit. Das Ringen um Freundschaft und Liebe. Jeffrey Archer ist ein Magier des Erzählens. Er schildert die, an und für sich, ganz normalen Leben der handelnden Personen so spannend, dass alle Leserinnen bereits beim 3. Band und weiter sind.

 

„Blaus ist Grüner als Gelb“ von Anna Licht. Eine leichte und kurze Sommerlektüre, die uns nicht wirklich überzeugt hat. Die Geschichte ist sehr hektisch und über die Kinderbetreuung einer der Protagonistinnen konnten wir lebhaft diskutieren. Die geschilderten Lebenssituationen von Mia und Lena sind sehr überzeichnet und an manchen Stellen nicht nachvollziehbar.

 

„Der Glasmurmelsammler“ von Cecelia Ahern. Eine ganz andere Cecelia Ahern, die uns nicht besonders begeistert hat. Zwei Erzählstränge – der des Vaters, Fergus und der Tochter, Sabrina. Wobei uns die Lebensgeschichte von Fergus mehr angesprochen hat. Sie ist umfangreicher, emotionaler und fassbarer. Sabrinas Geschichte schwimmt (im wahrsten Sinne des Wortes) sehr oberflächlich dahin. Trotzdem hat es zu einer anregenden Diskussion geführt.